Notfall-Samen-Kryokonservierung

Möglichkeiten beim Mann

Männer jeglichen Alters, auch jugendliche Männer, können plötzlich mit der Diagnose " Hodentumor " konfrontiert werden. Häufig müssen in solchen Fällen umgehend therapeutische Maßnahmen ergriffen werden. In den meisten Fällen ist eine baldige Operation erforderlich, wobei nicht selten der ganze Hoden entfernt werden muss. Gelegentlich müssen auch eine Chemotherapie oder Bestrahlungstherapie (Radiatio) vor oder nach der Operation durchgeführt werden. In seltenen Fällen steht auch eine alleinige Chemotherapie oder Radiatio an. Manchmal kann es auch zu einem Wiederaufflackern eines Hodentumors (sog. Rezidiv ) kommen, wonach ebenfalls eine Operation, eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie erfolgen müssen.

In einer solchen Situation stellt sich akut die Frage, welchen Einfluss diese Therapieverfahren auf die Fortpflanzungsfähigkeit des betreffenden Mannes oder Jugendlichen haben. Alle drei Therapiemaßnahmen (Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) können die Fortpflanzungsfähigkeit des betreffenden Mannes deutlich einschränken; d. h. dass die Qualität des Ejakulats erheblich nachlassen kann. Dies bezieht sich auf die Zahl der Samenzellen, deren Beweglichkeit und Form.

Daher ergibt sich in einer solchen Konstellation fast immer die akute Frage, ob und wie man die Fortpflanzungsfähigkeit sichern könnte. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass man das Ejakulat eines Mannes eingefroren aufbewahren (kryokonservieren) und dann nach dem Auftauen zu einer Befruchtung einsetzen kann.

Da die Kryokonservierung und das anschließende Auftauen vor allem das Beweglichkeitsmuster und damit die Fortpflanzungsfähigkeit negativ beeinflussen können, muss besprochen werden, in welcher Therapieform später die kryokonservierten Samenzellen für eine Befruchtung eingesetzt werden sollten. Dabei ist an zwei Therapieverfahren zu denken: die Insemination und die ICSI-IVF-Therapie. Solche Therapieoptionen sind natürlich nur dann notwendig, wenn sich nach den o. g. Behandlungen, auch tatsächlich eine Einschränkung des Ejakulats zeigt.

Wenn bei einem Mann die eingangs erörterte Fragestellung auftritt, bietet das CERF einen Notfall-Service an. Der Patient kann sofort nach Vereinbarung bei uns einen Gesprächstermin erhalten. Es erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Bei einer festen Partnerschaft kann die Ehefrau oder die Lebensgefährtin selbstverständlich bei diesem Gespräch dabei sein. Folgendes weitere Vorgehen bieten wir dann an:

Blutentnahme

Bestimmung von Infektionsparametern (wegen der Kryokonservierung unbedingt erforderlich; Richtlinien der EU):

    HIV-Antikörper I/II (HIV-AK I+II)
    Hepatitis B surface Antigen (HBs AG)
    Hepatitis C Virus-Antikörper (HCV-AK)

weiterhin die Bestimmung der Basishormone (als Ausgangswerte vor der Therapie sehr zu empfehlen):

    Prolaktin
    Luteinisierungshormon (LH)
    Follikel stimulierendes Hormon (FSH)
    Testosteron

Abgabe einer Samenprobe

Weiterhin sollte eine Samenabgabe erfolgen. Möglichst sollte es innerhalb der letzten 2-3 Tage nicht zu einem Samenerguss gekommen sein. Die Probe kann entweder zu Hause oder in einem speziellen Raum im CERF gespendet werden. Bei der Erfassung des Spermatogramms werden die Zahl, das Beweglichkeitsmuster und die Form festgehalten sowie ein bakteriologischer Abstrich mit einer anschließenden Kultivierung auf Bakterien durchgeführt.

Kryokonservierung

Je nach der Qualität des Ejakulats (erfasst mit dem o. g. Spermatogramm) schlagen wir folgende Aufteilung (Fraktionierung) des Ejakulats vor:

Das 1. Ejakulat wird in etwa 8-10 Fraktionen zur Kryokonservierung für ein eventuell späteres ICSI-IVF-Verfahren aufgeteilt.

Ein bis drei Tage später wird ein 2. Ejakulat abgegeben. Je nach der Qualität des 1. und 2. Spermatogramms können die zwei folgenden Wege gegangen werden:

Das 2. Ejakulat wird entweder nochmals in etwa 8-10 Fraktionen zur Kryokonservierung für ein späteres ICSI-IVF-Verfahren oder
in etwa 3 Fraktionen zur Kryokonservierung für ein späteres Inseminationsverfahren aufgeteilt.

Unser Kryokonservierungslabor ist aber nur für einen begrenzten Zeitraum der Kryokonservierung von etwa 10 Jahren ausgerichtet. Daher empfehlen wir, dass nach max. 1 Jahr die kryokonservierten Proben - natürlich unter vollständiger Sicherung der Kühlkette - an eine speziell für Langzeit-Kryokonservierung ausgerichtete Cryobank, die " AIR LIQUIDE Medical GmbH, Cryo-Bank" in Krefeld (s. u.) transferiert werden.

Vertrag

Das ganze Verfahren muss vertraglich geregelt sein, der Vertrag kann unter "Downloads" ausgedruckt werden und wird selbstverständlich bei dem Gespräch mit dem Patienten besprochen.

Abrechnung

Bei gesetzlich Versicherten können die Basisuntersuchungen (1. Spermatogramm; Infektionsparamter) über die Versichertenkarte über die Krankenkasse abgerechnet werden. Die Hormonbestimmungen und die Kryokonservierungs-Maßnahmen werden jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen. Diesbezügliche Anfragen von unserer Seite sind daher leider zwecklos. Daher müssen wir für die genannten Untersuchungen eine Privatrechnung stellen. Wenn allerdings eine gesetzliche Krankenkasse auf dem Kulanzwege den Versicherten entgegenkommen möchte, sind wir selbstverständlich bereit, einen entsprechenden Bericht an die Krankenkasse auf Nachfrage zu versenden.

Kostenerstellung

Kosten der Hormonuntersuchungen ca. 80,00  €
Kosten des 2. Spermatogramms und 118,76 €
der Kryokonservierung 321,74 €
Lagerungsgebühr pro ½ Jahr 119,00 €

Die Kosten im Falle des Transfers an die Cryobank "AIR LIQUIDE Medical GmbH, Cryo-Bank" (Fütingsweg 34, 47805 Krefeld) erfragen Sie bitte direkt.

Bitte beachten sie zu diesem Thema auch die Homepage von FertiPROTEKT.

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