Eierstöcke: Infos zur Funktionsreserve

Funktionsreserve der Eierstöcke

Die Funktion des Eierstocks besteht vor allem  darin, viele Tausende von Eibläschen , die so genannten Follikel, zu tragen. Diese Follikel sind bereits von der Natur angelegt worden, als die Frau noch ein Embryo im Mutterleib war. Ein Follikel umhüllt jeweils eine Eizelle. Man schätzt, dass die Eierstöcke eines Mädchens mit Eintritt in die Pubertät ca. 300.000 bis 400.000 Follikel beherbergen. Weiterhin geht man davon aus, dass im weiteren Lebensabschnitt der Frau (fortpflanzungsfähige Phase) pro Menstruationszyklus etwa 1000 Follikel zugrunde gehen. Das bedeutet, dass die Eierstöcke etwa mit dem 50. Lebensjahr einer Frau die meisten Follikel verloren haben; denn neue Follikel können nicht mehr gebildet werden! Da in den Follikelwänden die Produktion der weiblichen Hormone (Östradiol und Progesteron) stattfindet, kommt es mit dem natürlichen, altersabhängigen Verlust an Follikeln auch zu Verminderung der weiblichen Hormone im Körper. Wenn eine bestimmte Zahl an noch bestehenden Follikeln unterschritten wird, kann sich dieser Funktionszustand in Symptomen der Wechseljahre (Klimakterium) ausdrücken. Gleichzeitig geht auch der Vorrat an Eizellen verloren. Beides zusammen - Verlust an Follikeln mit ihren Eizellen - führt dazu, dass parallel zum Auftreten des Klimakteriums die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau mit zunehmendem Alter (ca. ab dem 36. LJ.) abnimmt.

Abb. 1 : Zahl an Eizellen (Keimzellen) im Eierstock einer Frau im Laufe des Lebens
 
Quelle: Baker TG
Das Eintreten des Klimakteriums und der Menopause (Zeitpunkt der letzten Menstruation im Leben einer Frau) ist individuell einer enormen natürlichen Schwankungsbreite unterworfen. Allgemein wird von Laien angenommen, dass die Wechseljahre erst jenseits des 50. LJ. einsetzen; dies ist durchaus im Einzelfall möglich, und es kommt sehr selten, aber immer wieder einmal vor, dass sogar eine Frau um die 50 schwanger wird. Tatsache ist aber auch, dass der genetisch vorbestimmte Funktionsverlust der Eierstöcke auch deutlich früher einsetzen kann. So ist das Eintreten des Klimakteriums mit dem 40. LJ. durchaus als “normal”, d. h. physiologisch anzusehen. Bei nicht wenigen Frauen treten klimakterische Erscheinungen sogar noch früher auf.
Abb.2 :
 

Quelle: de Bruin J et al., Preservation of Fertility 2004; 3
 

Bei jungen Frauen sind die Eierstöcke meistens relativ groß (ca. 28 mm) und sie tragen viele kleine “angeregte” Follikel (<10 mm im Durchmesser), die man mit der vaginal-sonographischen Untersuchungsmethode leicht (als "Löcher") erkennen kann. Mit zunehmendem Alter wird das Ovar (Eierstock) immer kleiner (<20 mm) und die Anzahl der kleinen, "angeregten" Follikel nimmt ab. Dies wird manchmal auch als "biologische Uhr" bezeichnet.
Abb. 3: Die Alterung des Eierstocks

  

Der Eierstock wird langsam kleiner und die Anzahl der Follikel nimmt ab.

Zusätzliche Hormonuntersuchungen im Blut (FSH* und LH*: Hormone der Hirnanhangsdrüse; Anti-Müller-Hormon – AMH: Gewebshormon aus den Follikeln ) unterstützen die sonografische Untersuchung der Eierstöcke. Ein Anstieg des FSH bzw. ein Abfall des AMH geht mit einer Verkleinerung der Eierstöcke und Abnahme der Follikel einher und deuten damit auf eine verminderte Funktionsreserve der Eierstöcke hin. Diese Untersuchungen (Ultraschall und Hormananalyse im Blut) werden am besten am Anfang des Zyklus (zwischen dem 3. und 6. Zyklustag ) durchgeführt; zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Eierstöcke in einer relativen Funktionsruhe und sind daher am besten zu beurteilen. 

Eine isolierte Untersuchung der Funktionsreserve der Eierstöcke als "Fruchtbarkeitscheck" macht in der Praxis aber wenig Sinn, da zur Beurteilung der Fruchtbarkeit noch weitere Faktoren, zum Beispiel die Funktion von Eileiter und Gebärmutter und natürlich auch die Qualität der Samenzellen mitberücksichtigt werden müssen. Daher führen wir eine Beurteilung der Eierstocksreserve nur im Rahmen einer Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch durch. 

* FSH: Follikel stimulierendes Hormon, LH: Luteinisierendes Hormon.

Fruchtbarkeitsreserve

Einführung

Vielleicht hat Ihnen Ihr behandelnder Arzt vor kurzem erst die Diagnose einer bösartigen Erkrankung mi

Möglichkeiten beim Mann