In-vitro-Fertilisation

Die „künstliche“ oder Reagenzglasbefruchtung oder In-vitro-Fertilisation (IVF) und IVF-ICSI

Nun zur sog. „künstlichen“ Befruchtung, In-vitro-Fertilisation (IVF) genannt. Dabei ist die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) eine zusätzliche Behandlungsmethode im Labor, die speziell bei einer Einschränkung der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit zur besseren Befruchtung der Eizelle angewendet wird.
 
Indikationen für eine IVF sind:
  • beidseitiger Verschluss der Eileiter beispielsweise nach einer Sterilisation oder bei einer gestörten Eileiterfunktion (z. B. bei einer Endometriose)
  • 3-6 Zyklen mit intrauteriner Insemination ohne Eintreten einer Schwangerschaft
  • ungewollte Kinderlosigkeit (idiopathische Sterilität) ohne erkennbare Ursache – und langjähriger Kinderwunsch unabhängig von einer Ursache
  • Verlust oder Verschluss der Eileiter (z. B. nach Entfernung der Eileiter nach Eileiterschwangerschaft), Entzündung (Chlamydien), Sterilisation, Endometriose

Indikationen für ICSI:
  • stark eingeschränkte Samenqualität
  • keine oder sehr schlechte Befruchtung in einem vorangegangenen IVF-Zyklus
 
Ablauf der IVF/ICSI-Therapie:
Zur Vorbereitung einer IVF-Therapie wird in aller Regel eine Hormontherapie mit Gonadotropinen durchgeführt. Diese werden nach individueller Anpassung der Dosierung unter die Haut verabreicht, um die Eierstöcke anzuregen und mehr als einen Follikel heranreifen zu lassen. Ziel ist die Entwicklung von 8-10 Follikeln pro Eierstock, aber auch die Vermeidung des Überstimulierungssyndroms.
Um einen vorzeitigen Eisprung zu vermeiden, wird ein zweites Hormon gespritzt (meist Decapeptyl®), mit dessen Gabe in der Regel bereits am 20. Zyklustag des Vorzyklus begonnen wird. Es ist auch möglich, ein anderes Hormon (Orgalutran® oder Cetrotide®) direkt im Zyklus selbst einzusetzen. Dieses Vorgehen wird individuell mit Ihnen gemeinsam entschieden.
Die Wirkung dieser Hormone auf Ihre Eierstöcke wird per Ultraschall und Hormonbestimmung im Blut kontrolliert. Dazu sind in der Regel 2-3 Besuche in unserer Praxis notwendig.
Der Eisprung wird zu einem bestimmten Zeitpunkt abends ausgelöst (mit einem weiteren Hormon – hCG, s. Hormontherapie). Nach 36 Stunden ist der optimale Zeitpunkt für die Eizellentnahme mittels der sog. Follikelpunktion. Diese wird Ultraschall gesteuert meist unter leichter Narkose durchgeführt, da das Eingehen mit der Punktionsnadel schmerzhaft ist.
 
Die Flüssigkeit in den Follikeln zusammen mit der sich darin befindlichen Eizelle wird abgesaugt, in einem Gläschen aufgefangen und direkt den Mitarbeiterinnen des IVF-Labors übergeben.
Die Patientin sollte anschließend ca. 2 Stunden zur Überwachung bei uns in der Praxis bleiben und kann dann in Begleitung nach Hause gehen. Durch die Ultraschallkontrolle hat dieser Eingriff ein sehr geringes Verletzungsrisiko.
Zur Befruchtung im Reagenzglas (in vitro) muss der Partner an diesem Tag eine frische Samenprobe abgeben. Diese wird dann in ähnlicher Weise wie für die Insemination aufbereitet.
 
 
Bei der einfachen bzw. konventionellen IVF (links im Bild dargestellt) werden dann ca. 100.000 Samenzellen direkt einer Eizelle in einem Schälchen hinzugegeben und diese über Nacht im Brutschrank aufbewahrt. Bei der Zusatztherapie ICSI (rechts dargestellt) wird dagegen nur eine einzige, möglichst gut geformte und gut bewegliche Samenzelle unter dem Mikroskop direkt in eine Eizelle übertragen. Dann erfolgt auch hier die weitere Entwicklung im Brutschrank.
 
Hat eine Befruchtung über Nacht stattgefunden, sieht man am nächsten Morgen die so genannte Vorkernzelle (meist als 2-PN-Zelle abgekürzt), bei der noch die jeweiligen Erbinformationen von Ei– und Samenzelle (d. h. von der zukünftigen Mutter und dem zukünftigen Vater) direkt zu erkennen sind. Man spricht von Vorkernen, weil aus dem Verschmelzen der beiden Erbmassen von Mutter und Vater der neue Kern, der embryonale Kern hervorgeht.
In diesem Zustand erfolgt die Auswahl von in der Regel 2-3 Vorkernzellen, die weiter bebrütet werden, um schließlich als Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt zu werden. Andere, als entwicklungsfähig eingestufte Vorkernzellen, können in diesem Zustand eingefroren und über Jahre aufbewahrt werden.
Am nächsten Tag sieht man bei idealem Verlauf bereits einen Embryo bestehend aus vier Zellen, am 3. Tag nach der Eizellentnahme dann einen Achtzell-Embryo (vorheriges Schaubild, links unten). In diesem Zustand werden die Embryonen (in der Regel 2) in die Gebärmutter übertragen. Eine Kultur bis zum Blastozystenstadium (d. h. 5-6 Tage nach der Eizellentnahme) ist möglich. Das Übertragen von Embryonen im Blastozystenstadium erhöht jedoch nur in speziellen Fällen die Schwangerschaftsrate.
Das Übertragen der Embryonen in die Gebärmutter ähnelt der Insemination und ist nicht schmerzhaft. Zunächst wird mittels Ultraschall Größe und Form der Gebärmutter ermittelt. Dann folgt das Einführen eines speziellen, sehr dünnen Katheters (zunächst meist ohne Embryo zur Probe). Wenn das Einführen des Katheterchens problemlos ist, werden dann im Labor die Embryonen in die Spitze des Katheters aufgezogen und dieser erneut ganz vorsichtig in die Gebärmutter eingeführt. Durch zarten Druck auf den Stempel der hinten angebrachten Spritze werden die Embryonen dann in die Mitte der Gebärmutter übertragen.
 
 
Anschließend wird der Katheter im Labor unter dem Mikroskop nochmal durchgespült, um sicher zu sein, dass die Embryonen sich nicht mehr darin befinden, denn sie sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Ebenso erfolgt eine Ultraschallkontrolle (oben links im nächsten Schaubild), wobei man anhand eines weißen Punktes, der dem übertragenen Luftbläschen entspricht, die ungefähre Position der Embryonen in der Gebärmutter sehen kann. In diesem Stadium sind die Embryonen noch viel zu klein, als dass man sie im Ultraschall erkennen könnte. 
Anschließend wird der Frau eine Ruhephase von 20-30 Minuten empfohlen. Ergänzend kann eine Akupunkturbehandlung zur Förderung der Einnistung sinnvoll sein (Adressen im CERF).
Die Einnistung des Embryos wird durch die Gabe von Gelbkörperhormon (Progesteron) unterstützt. Dieses wird meist in die Scheide eingeführt, da dies besser wirksam ist und weniger Nebenwirkungen hat.
Zwei Wochen später sollte dann ein Termin für einen Schwangerschaftstest vereinbart werden.
 
Die Schwangerschaftsrate ist natürlich auch abhängig von der Zahl der in die Gebärmutter übertragenen Embryonen. In Deutschland ist gesetzlich vorgegeben, maximal 3 Embryonen zurückzugeben, um höhergradige Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden. In der Regel werden 2 Embryonen übertragen. Wird nur ein Embryo übertragen, reduziert sich die Chance, im Gegensatz dazu erhöht das Übertragen von 3 Embryonen nur geringgradig die Chancen, führt aber zu einem deutlich höheren Drillingsrisiko.

 

Methoden

Die Kontrolle des Spontanzyklus

kann der Frauenarzt mittels Ultraschall

Die Untersuchung der Eileiter

ist mittels Ultraschall mit einem speziellen Kontrastmittel mö

TESE

Wenn keine Samenzellen im Ejakulat nachweisbar sind (

Kryokonservierung

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Kryokonservierung von befruchteten Eizellen im s

Intrauterine Insemination (IUI)

Bei der intrauterinen Insemination werden Samenzellen des Partners in die Gebärmutter eingegeben.
Durch die Entwicklung spezieller Nährmedien wurde es vor einigen Jahren möglich, Embryonen in vitro bis zum Blastozystenstadium zu kultivieren. Dies ist meist am 5. oder 6.
In den letzten Jahren wurden zusätzliche Techniken im IVF-Labor entwickelt, die die Befruchtung und die Einnistung der Embryonen verbessern sollen.
 „Assisted hatching“ heißt übersetzt: „Schlüpfhilfe“.

Allgemeine Informationen

Therapie mit Spendersamen