Chancen & Risiken

Chancen für einen Behandlungserfolg

Die Chancen auf das Eintreten einer Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes sind von verschiedenen Faktoren abhängig, je nach durchgeführter Therapie.

1. IUI (intrauterine Insemination)

Faktoren, die den Behandlungserfolg wesentlich beeinflussen:

  • Alter der Frau
  • Qualität der Samenprobe

Erfolg versprechende Kriterien für eine IUI-Behandlung sind:

Patientin möglichst unter 36 Jahren und gute Anzahl und Motilität der Samenzellen (>20 Millionen/ml und >80 % geradlinige Beweglichkeit). Unter diesen Vorraussetzungen kann man von einer Schwangerschaftsrate von 10 % pro Insemination ausgehen.

Je nach Spermiogrammbefund kann man also bei einer IUI-Behandlung im Spontanzyklus von einer SS-Rate von 5-10 % je Zyklus ausgehen. In Kombination mit einer Stimulationsbehandlung kann man von einer SS-Rate von 10-13 % je Zyklus ausgehen.

Bei Frauen, die älter als  40 J. sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt einer Schwangerschaft unabhängig vom Spermiogramm auf ca. 2%.

2. IVF/ICSI

Faktoren, die den Behandlungserfolg beeinflussen:

  • Alter der Frau
  • Anzahl der gewonnen Eizellen
  • Qualität der Embryonen
  • Anzahl der übertragenen Embryonen

Im Mittel erzielen wir eine Schwangerschaftsrate von 38-42 %.

 Die folgende Abbildung zeigt unsere Ergebnisse nach IVF und IVF-ICSI für 2014

Die Aufgliederung nach Altergruppen zeigt die individuelle Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft

und Geburt in Abhängigkeit vom Alter der Frau.

 

 Leider sinken die Chancen für den Eintritt einer Schwangerschaft und besonders für die Geburt eines Kindes sehr deutlich, wenn die Frau älter als 40 J. ist, wie das unten dargestellte Schaubild zeigt (Zusammenfassung über 17 J.)

3. Embryotransfer nach Kroykonservierung befruchteter Eizellen

Faktoren, die den Behandlungserfolg beeinflussen:

  • Alter der Frau bei der Kryokonservierung der befruchteten Eizellen
  • Qualität der Embryonen
  • Anzahl der übertragenen Embryonen

Die Chancen für den Eintritt einer Schwangerschaft liegen bei gut entwickelten Embryonen nur geringfügig unter denen nach dem Einsetzen von frischen Embryonen (siehe oben Ergebnisse von IVF und IVF-ICSI)

 

4. Vergleich mit dem deutschen IVF-Registrer

Schon über Jahre zeichnet sich das CERF durch eine sehr gute SS-Statistik aus. Über das deutsche IVF-Register (http://www.deutsches-ivf-register.de/) erfolgt jährlich eine bundesweite, sehr detaillierte statistische Erhebung der Daten aus allen deutschen IVF-Zentren bezüglich IVF/ICSI und Embryotransfer nach Kryokonservierung. In der folgenden Tabelle sieht man eine Gegenüberstellung unserer Daten mit den Daten des DIR für das Jahr 2009. Dargestellt ist die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer nach IVF oder ICSI/IVF in % in Abhängigkeit vom Alter der Frau

 

Risiken einer Behandlung

1. Mehrlingsrisiko

Das Mehrlingsrisiko ist abhängig von der Zahl der in die Gebärmutter übertragenen Embryonen. Je jünger die Frau, desto häufiger kommt es zu Zwillings- oder auch Drillingsschwangerschaften (gelbe und rote Säulen).

In der Abbildung zeigen die linken 3 Säulenblöcke die Ergebnisse bei Frauen <35 J., die rechten 3 Säulenblöcke die Ergebnisse bei Frauen >35 j.

Da aufgrund der besseren Schwangerschaftschancen meist 2 Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt werden, ergibt sich eine deutlich erhöhte Möglichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft um die 20 %, also 1:5. Die Rate von spontanen Zwillingsschwangerschaften liegt dagegen bei 1:80.

 

2. Fehlbildungsrisiko

Immer wieder wird natürlich auch die Frage nach dem Fehlbildungsrisiko der Kinder gestellt, die durch IVF oder IVF-ICSI entstanden sind. Die neuesten Studien mit großer Patientenzahl ergaben folgende Ergebnisse:

  • Nach IVF bzw. IVF-ICSI ist ca. jedes 12. Kind von einer Fehlbildung betroffen, im Gegensatz zu jedem 15. Kind nach spontan entstandenen Schwangerschaften.

  • Es fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen IVF und IVF-ICSI. Dabei wurden alle Fehlbildungen in die Untersuchung mit aufgenommen.

  • Die Ursachen für diese Risikoerhöhung ist im Prinzip unklar: es könnte natürlich an der Methode der künstlichen Befruchtung liegen, möglicherweise bringen aber auch die Wunscheltern ein erhöhtes genetisches Risiko mit, das man vorher nicht erkennen bzw. voraussagen kann.

3. Ovarielle Überstimulation

Das Risiko der Hormontherapie: Die Hormonbehandlung wird in der Regel gut vertragen, eine geringgradige Gewichtszunahme ist durch eine erhöhte Wassereinlagerung möglich.

Ein spezielles Risiko der IVF-Therapie stellt die mögliche Entstehung eines sog. Ovariellen Überstimulationssyndrom dar.

Dieses entsteht am häufigsten, wenn die für die IVF erforderliche Hormonbehandlung zur Bildung von sehr vielen (mind. 20) Eibläschen geführt hat. Nach der Eizellentnahme sind diese Eibläschen weiterhin aktiv, (d. h. die Eierstöcke bleiben vergrößert). Es werden sehr viele Hormone gebildet, von denen eine erhöhte Durchlässigkeit der Blutgefäße verursacht werden kann. Die Folge davon ist zum einen eine Wasseransammlung in der Bauchhöhle, was zu einem Spannungsgefühl im Bauch und Zunahme des Bauchumfangs führt, zum anderen eine Eindickung des Blutes mit Thrombosegefahr.

Durch eine individuell angepasste Hormondosierung, wie wir sie hier im CERF durchführen, ist es weitgehend vermeidbar und im CERF schon immer sehr selten (0,3 % aller IVF-Zyklen im DIR, im CERF noch seltener). In der Regel weisen wir Sie bereits während der Behandlung auf dieses Risiko hin und bestellen Sie zu entsprechenden Kontrollen wieder ein. In ausgeprägten Fällen kann es notwendig sein, alle befruchteten Eizellen nach der Entnahme einzufrieren (siehe Kryokonservierung) und erst in die Gebärmutter einzusetzen, wenn sich die Überstimulation der Eierstöcke wieder zurückgebildet hat.

Die Behandlung einer leichten bis mäßigen Überstimulation kann unter engmaschigen Kontrollen hier in der Praxis ambulant erfolgen, bei den seltenen schweren Fällen ist eine stationäre Überwachung notwendig.

4. Risiko der Follikelpunktion

Die Punktion der Eierstöcke erfolgt Ultraschall gesteuert durch die Scheide, in der Regel in einer Kurznarkose. Die ist ein sehr Risiko armer Eingriff, in sehr seltenen Fällen kann es zu Blutungen oder Infektionen kommen.

Ihr Weg zum Wunschkind

Kosten der Kinderwunschbehandlung

Ein nicht unwesentlicher Punkt stellt die Frage der Kostenübernahme für die reproduktionsmedizinischen Maßn

Wann spricht man von ungewollter Kinderlosigkeit?

Das Erstgespräch

Zu Beginn der Behandlung findet ein ausführliches Erstgespräch statt, in der Regel veranschlagen

Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit

Zunächst ist es wichtig zu bedenken, dass sich die Ursachen auf beide Partner verteilen können.

Intrauterine Insemination (IUI)